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Bäuerlicher Hausbau im Sopraceneri - Steinbaugebiet

Dr. Max Gschwend, "Bauernhäuser der Schweiz" © 1988, Schweizer Baudokumentation

Schweizerische Bauernausforschung

Publiziert mit freundlicher Genehmigung von Herrn Thomas Züttel, Leiter Redaktion Schweizer Baudokumentation und Dr. Benno Furrer, Wissenschaftlicher Leiter Schweizerische Bauernhausforschung

Schweizerische Baudokumentation

Max Gschwend Die Bauernhäuser des Kantons Tessin - la casa nel Ticino Band 1, Der Hausbau (Die Bauernhäuser der Schweiz, Band 4) Basel 1976, Vergriffen, sold out, épuisé Max Gschwend Die Bauernhäuser des Kantons Tessin - la casa nel Ticino Band 2, Hausformen, Siedlungen (Die Bauernhäuser der Schweiz, Band 5) Basel 1982, 384 Seiten, 952 Abbildungen, 2 Farbtafeln, 1 Faltkarte. Leinen. CHF 50.- ISBN 3-908121-45-0 Bestellung: sgv-sstp@volkskunde.ch

Allgemeines

Ursprünglichen und reinen Steinbau finden wir in unserem Land nur in den Alpen, insbesondere in den Tälern der Südabdachung (1).

Südabdachung (1)

Das ist eigentlich nicht seltsam, wenn man bedenkt, dass der Massivbau ein weitverbreitetes Kennzeichen des Mittelmeerraums ist, der mit seinen klimatischen, geschichtlichen und kulturellen Einflüssen bis an die Südseite der Alpen vorstösst. Die zum Teil schwer zugänglichen Täler bildeten im Laufe der wechselvollen Geschichte nicht selten Rückzugsbereiche für verfolgte oder in Kriegen aufgeriebene Völkerschaften. Daher ist zu erwarten, dass bei genauerer Untersuchung noch manch eigenartiges Element auftauchen wird. Andererseits drangen die Walser von Norden über hochgelegene Pässe ins Piemont, kamen nach langen Wanderungen ins Bündnerland und nach Vorarlberg, während die lnnerschweizer über den Gotthard in die Tessiner Täler vorstiessen. Deshalb stehen auch am Südhang der Alpen — besonders in den Hintergründen der Täler — Blockbauten, wie wir sie vom nordalpinen Bereich her gewohnt sind. Es durchdringen sich in den oberen Bergtälern des Tessins Holz und Stein, Blockbau und Massivbau. In der vorliegenden Übersicht wollen wir uns auf den reinen Steinbau des mittleren Tessins beschränken, also des südlichen Teils jenes Gebietes, das man als "Sopracenero" (nördlich des Monte Ceneri gelegen) bezeichnet. Wir beziehen damit den Steinbau, der auch in den südlichen Bündner Tälern vorkommt, nicht in unsere Betrachtungen ein, sondern versuchen, im eng beschränkten Raum dreier Talschaften (Maggia-, Verzasca-, Tessintal) den Überblick über eine handwerklich hervorragende Konstruktion und eine eigenartige Form der Raumordnung zu gewinnen.

Steinbrücke Lavertezzo 2 Giebelständige Häuser 3
(2) Steinbrücke Lavertezzo TI
(3) Giebelständige Häuser am Hang, teilweise mit offenen Dachräumen, Mergoscia TI

Mauerwerk Brissago 4 Werksteinmauer 5
(4) Mittelalterliches Mauerwerk, grosse Eckquader mit Ausgleichsschichten, Brissago TI, 1553
(5) Mittelalterliche Werkstein-Mauer (1424), neben späterer Bruchsteinmauer, Mergoscia TI

Türe Cresciano
(6) Türe mit tympanonartigem Architrav und eingemeisseltem Kreuz, Cresciano TI

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